Naturpark Lauenburgische Seen

Schleswig-Holstein und die Eiszeit

Das Herzogtum Lauenburg mit seinen Hügeln und Gewässern ist Zeugnis der Eiszeiten. Mächtige Gletscher schliffen in der Weichsel-Kaltzeit vor etwa 15.000 Jahren den Untergrund. Sie lagerten Findlinge und große Mengen von Geröll, Kies und Sand ab, die nach dem Rückzug des Eises als Moränen und Sander die Landschaft formten.

Schmelzwasserströme wuschen Flusstäler aus, in deren Verlauf Seen – manchmal wie Perlen auf einer Kette - entstanden. Die Ufer der Endmoränen steigen oft steil und bis zu 100 Meter hoch an, bestanden mit dem so charakteristischen Buchenhochwald. Weitere eiszeitliche Zeugnisse im Naturpark Lauenburgische Seen sind die Feuchtgebiete und Moore.

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Inseln im Nordmeer

Vor den Eiszeiten war Schleswig-Holstein eine Ansammlung von Inseln im Nordmeer. Gletscher und Schmelzwasser formten das Östliche Hügelland, die Hohe Geest und die tischebenen Sanderflächen im Südosten. Sie schufen eine große Vielfalt unterschiedlicher Biotope mit ihren spezifischen Tier- und Pflanzengemeinschaften.

Im Bereich der Grundmoräne um Ratzeburg und Mölln endete das Eis und hinterließ fruchtbare Böden mit Laubmischwäldern. Neben einem hohen Anteil an Esche, Ahorn und Kirsche wachsen hier auch bis zu 200 Jahre alte Eichen.

Sand und Kies, Seen und Moore

Besonders die kleineren und größeren Seen sowie die nacheiszeitlich in den Feuchtgebieten entstandenen Moore zeugen im Naturpark Lauenburgische Seen von den Eismassen als Architekten der Landschaft. In den feuchteren Laubwäldern aus Eschen und Erlen wachsen seltene Waldorchideen wie die Grüne Waldhyazinthe oder das Fuchs-Knabenkraut. In Hochmooren gedeihen verschiedene Torfmoose, Sumpfporst, Rosmarinheide und Rundblättriger Sonnentau, eine Insekten fressende Pflanze.

Als das Schmelzwasser das Land überschwemmte, lagerten sich Kiese und Sande ab. So entstanden die nährstoffarmen und trockeneren Böden mit ihrer eigenen Flora und Fauna wie das Naturschutzgebiet „Büchener Sander“. Hier wachsen seltene Pflanzen wie Sandstrohblume oder Gras- und Heidenelke.

Die Eismassen schliffen Wellen in die Landschaft

Die Eismassen schliffen Wellen in die Landschaft