Naturpark Lauenburgische Seen

Mittelalter, Kunst und Narrenspiel

Ratzeburg: Domhalbinsel mit Herrenhaus

Ratzeburg: Domhalbinsel mit Herrenhaus

Auf den Spuren Heinrich des Löwen wandelt der Besucher in Ratzeburg. Alles überragendes Symbol im Zentrum der Kreisstadt ist der romanische Backstein-Dom, den der Welfenherzog aus Braunschweig im 12. Jahrhundert errichten ließ. Von vier Seen umgeben, herrscht auf der Dominsel ein einzigartiges Flair.

Im Jahr 1062 erstmals amtlich erwähnt, erhielt Ratzeburg 1261 die Stadtrechte. Von den Dänen 1693 zerstört, erfolgte der Wiederaufbau nach barockem Muster, das bis heute den Grundriss der Stadtinsel prägt. In deren Mitte liegt wie damals der zentrale Marktplatz. 

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Ratzeburg - Im Zeichen des Löwen

Zu den architektonischen Schmuckstücken Ratzeburgs gehören das barocke Herrenhaus und das A. Paul Weber-Museum am Domhof sowie das Kreishaus am Markt. Dort steht die Stadtkirche St. Petri, neben der sich von 1876 - 1884 das Elternhaus des jungen Ernst Barlach befand. Das Museum am Barlachplatz 3 zeigt heute Bronzen, Bilder-Zyklen und einen Querschnitt des literarischen Schaffens des zu den bedeutendsten deutschen Bildhauern zählenden Künstlers.

Mölln – schelmisch unterwegs

Ganz anderer Art waren die Künste des Narren Till Eulenspiegel, der in Mölln seine letzten Jahre verlebte und dort um 1350 starb. Heute ist er Werbeträger des seit 1970 anerkannten Kneippkurortes mit Kurzentrum und großem Kurpark. Ebenfalls von Seen und Wald umgeben und im Hochmittelalter entstanden, weist Möllns historische Innenstadt viele Parallelen zu Ratzeburg auf.

Bilck auf die historische Altstadt von MöllnUm 1210 wurde mit dem Bau der imposanten Stadtkirche St. Nicolai begonnen. Die zentrale Lage Möllns an der Alten Salzstraße bedingte früh wirtschaftlichen Aufschwung.
Zu Beginn des 13. Jahrhunderts erhielt das heutige Mittelzentrum die Lübecker Stadtrechte. Besonders der Stecknitz-Delvenau-Kanals - als Vorläufer des heutigen Elbe-Lübeck-Kanals – war ab 1398 eine wichtige Verbindung für den Transport des „weißen Goldes“ nach Lübeck.

Büchen - Südtor zum Naturpark

Im Kulturzentrum „Priesterkate“ von 1649 in Büchen Dorf vermittelt eine Dauerausstellung Historisches zur „nassen“ Salzstraße. Auch zu einem weiteren geschichtlichen Kennzeichen Büchens - der unmittelbaren Lage an der innerdeutschen Grenze – gibt es Informationen. Die Grenzregion kann heute besonders gut mit dem Fahrrad erkundet werden und ist als solche viel älter als die Teilung Deutschlands.

Bereits um 800 n. Chr. verlief hier der „Limes Saxoniae“, der Sachsenwall zwischen Sachsen und Slawen. Die Grenze zu Mecklenburg-Vorpommern wurde ab 1945 zum „Eisernen Vorhang“. Gegenüber der Priesterkate liegt die um 1200 erbaute Marienkirche. Diese war ein Wallfahrtsort als Büchen Dorf im Mittelalter durch seine zentrale Lage im Herzogtum Versammlungsort für die Landtage der Ritter war.

Der dritte kulturgeschichtliche Aspekt Büchens ist die Entwicklung der Eisenbahn. Die Bahnstrecke Hamburg-Berlin wurde 1846 und Lübeck-Büchen 1851 eröffnet. Die Eisenbahnersiedlung „Quellental“ steht seit Ende der 90er Jahre unter Denkmalschutz und gibt Einblick in die wirtschaftlichen und hygienischen Lebensverhältnisse der Eisenbahnbediensteten im ausgehenden 19. Jahrhundert.

Mittelalterlich: Die Marienkirche in Büchen Dorf war ein Wallfahrtsort.

Mittelalterlich: Die Marienkirche in Büchen Dorf war ein Wallfahrtsort.